Mein Laufen im Wandel der Zeit.
- Verena

- 6. März
- 3 Min. Lesezeit
Laufen gehört einfach in mein Leben.
Es ist ein Teil von mir.
Und das ist es schon seit sehr langer Zeit. Begleitet mich auf einer Reise durch die Zeit.
Mit 8 oder 9 Jahren habe ich begonnen, zu laufen; als Grundlagenausdauertraining für meinen eigentlichen Sport, das Skifahren. Nach einem Unfall musste ich das Skifahren mit 13 Jahren aufgeben, das Laufen anfangs auch, aber nach 1-2 Jahren ist es wieder gekommen; als soziale Aktivität: Gemeinsam mit einer Freundin und ihren Hunden sind wir immer durch "die Au" gelaufen, also im Wald am Fluss entlang bis zur Mündung zweier Gewässer. Es war ein kleines Stück Freiheit für uns, wunderschön. Noch heute spüre ich den weichen Boden unter den Füßen, höre uns lachen und sehe uns das Wasser aus dem Fluss trinken.
Ich kann mich auch noch erinnern, dass ich mit 18 am Tag meiner mündlichen Matura morgens genau diese Runde gelaufen bin, um mich abzulenken. Es hat geklappt, aber ich habe mich gewundert, warum mein Puls so hoch war gg.
Nach der Schule wechselte ich meinen Wohnsitz, um zu studieren, meine Lauffreundin zog leider in eine andere Stadt. Einmal bin ich in den 7 Jahren laufen gewesen, es waren andere Dinge wichtig. In der Natur war ich trotzdem immer wieder.
Nach dem Studium kam die Arbeitswelt und das Laufen pausierte immer noch. Als ich schließlich 2012 wieder damit anfing, konnte ich in meiner Altbauwohnung, Intervalle im Kreis laufen und mein Puls war dabei so hoch, dass er im Zielbereich war - mittlerweile ist das für mich schwer vorstellbar, aber so habe ich wieder angefangen zu laufen. Ganz langsam und zu Hause.
Mit der Zeit fühlte ich mich "schnell" genug für das Laufen im Freien. Meine Ziele waren zuerst die 5km und dann die 10km. Diese beiden Distanzen reichten mir lange, ich wollte schneller werden, lief leistungsorientiert und pausierte in den ersten Jahren im Winter.
Dann schrieben wir das Jahr 2020: Die Bewegung draußen an der frischen Luft war gefühlt das Einzige, das mich während der Pandemie nicht komplett durchdrehen ließ. Plötzlich wurden meine eigenen vier Wände zu eng und ich verbrachte jede freie Minute im nahegelegenen Wald, wanderte stundenlang durch neue Gegenden. Wenig verwunderlich, dass ich in diesem Jahr meine ersten zwei Halbmarathons lief, als App-Runs; laufen war immer noch mit Leistung verbunden.
Diese Herangehensweise änderte sich erst in den letzten 2 Jahren. Das Pushen während der Wettkämpfe fiel mir immer schwerer. Der Sinn, 1 Minute oder auch nur 30 Sekunden schneller zu sein und trotzdem nur unter den ersten 150 platziert zu sein, war mir irgendwie verloren gegangen, es machte mir so keinen Spaß mehr. Dennoch folgte ein längerer Prozess, mich in Richtung Genusslaufen zu entwickeln und - zugegeben - er ist immer noch nicht ganz abgeschlossen. Doch das ist in Ordnung.
Im November 2025 habe ich mein Training umgestellt und die Umfänge pro Einheit erhöht. Ich wollte unbedingt die 1500km knacken (ist mir auch gelungen). So lief ich also in der kalten Jahreszeit, meist in der Dunkelheit, meine 10km oder mehr mit niedriger Herzfrequenz und hatte viel Zeit zum Wahrnehmen, zum Erleben und zum Nachdenken.
Diese Gedanken, die irgendwo zwischen den Schritten entstanden sind und mich begleitet haben, möchte ich in dieser Rubrik mit euch teilen, in den "Gedanken zwischen den Schritten".
Viel Spaß beim Lesen, alles Liebe und bis bald
Verena



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